Oft vermisst man etwas, von dem man zuvor niemals gedacht hätte, dass es einem jemals fehlen könnte. Jeden Tag wird diese Weisheit bestätigt. Ob durch abgesetzte Fernsehserien oder die saure Ahne, die zwar wunderbar zum Essen passen würde, allerdings im Ausland einfach nicht zu finden ist. Und auch manches Einrichtungsgegenstand vermisst man erst, wenn es fehlt. Als "Beweis" kann per Exempel der praktikabele wenngleich unauffällige Beistelltisch dienen. Doch spätestens wenn man sich mit einem guten Buch und einem guten Wein im gemütlichen Sessel niedergelassen hat und dann sein Glas nicht so stilvoll auf dem Boden abstellen muss, wird einem bewusst, wie gut zu gebrauchen Beistelltische sind. Wohin außerdem tags mit den Ohrstöpseln, die man zum schlafen tragen möchte, wenn nicht auf einen ansehnlichen Beistelltisch?
Die ersten Beistelltische waren pfiffige Helferlein für das Servieren von Speisen und Getränken. Auch in unserer Zeit kennen wir einen besonderen Beistelltisch: Auf dem "Guéridon" wird in guten Restaurants tranchiert, filetiert und präsentiert. Der Name hat übrigens eine nicht so extravagante Hintergrundgeschichte. Es stammt aus einer französischen Posse des 17. Jahrhunderts, in der ein servierender Sklave so genannt wurde. Aufgekommen sind diese Mobiliar zum ersten Mal im 17. Jahrhundert. Damals konnte man sie aber in keinster Weise in jedem Zuhause vorfinden. Lediglich die finanziell gut situierten hatten ein solch dekadentes neues Element des Mobilars wie einen Beistelltisch in ihrem Besitz. Etwa zur Zeit von Ludwig XV jedoch hielt der Beistelltisch auch Einzug in die Häuser der einfacheren Bevölkerung. Die Wohnung enthielt von nun an wenn irgend möglich einen schönen Beistelltisch. Die vier Wände pfiffig einzurichten und fashionable zu gestalten war das Ziel.
Beistelltische findet jeder in unserer Zeit in einer enormen Auswahl an Formen, Farben und Materialien. Das ist auch kein Wunder - für Designer ist der kleine Beistelltisch ein traumhaftes Möbelstück. Der Fantasie sind hier fast keine Grenzen gesetzt. Ob modern, klassisch, zeitlos oder total ausgeflippt. Die Vielfalt ist atemberaubend. Ein Beistelltisch ist zudem ein Kleinmöbel, das jeder viel öfter austauscht und verändert, als exemplarischerweise die gesamte Wohnzimmereinrichtung. Da man keiner darauf sparen muss, kann jederman sich immer mal wieder einen tollen Beistelltisch aus der Riege der Designmöbel kaufen. Designer sind dann selbstredend froh darüber zu sehen, dass die Menschen ihre Ideen zu schätzen wissen. Man kann also beim Anblick des nächsten Beistelltisches nicht nur den gut zu gebrauchenen Aspekt sondern auch den modischen Anblick würdigen - auch, wenn man den Beistelltisch nicht gerade vermisst.
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